Physikalischer Wirkmechanismus der Infrarotheizung
Zu den wichtigsten physikalischen Prozessen, welche auf der Grundlage des Sonnenlichtes auf natürliche Art und Weise stattfinden, gehört die Erwärmung der Erdoberfläche. Hält man die Hand oder einen nicht belebten Gegenstand eine Weile in das Sonnenlicht, wird eine spürbare Erwärmung deutlich. In dem Moment, in dem eine bestimmte Sonnenstrahlung auf ein festes Objekt auftritt, heizt sich dieses auf. Im Zusammenhang mit dem Begriff des „Aufheizens“ geht es darum, dass die in einem bestimmten Lichtbereich der Sonne enthaltene Wärmeenergie aufgenommen wird. Wissenschaftlich exakt wird diese Reaktion als Absorption bezeichnet.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Brennstoffen, welche unter Beisein von Hitze verbrannt werden, sodass Wärme entsteht, konzentriert sich die infrarote Strahlung der Sonne nur auf die Festkörper. Die Umgebung wird nicht in demselben Maße erwärmt. Deshalb schmilzt im Winter der Schnee nicht, obwohl die Sonnenstrahlen die Haut eines Menschen aufwärmen können.

Nicht alle Lichtstrahlen haben diese physikalische Eigenschaft. Nur spezielle Bereiche des Lichtspektrums, die eine besondere Wellenlänge aufweisen, sind in der Lage, Körper und Objekte aufzuwärmen, ohne die Wärmeenergie an die Umgebung abgeben zu müssen. Diese Wellenlängenbereiche werden als infrarotes Licht bezeichnet und sind vielen Menschen aus der Medizin bekannt. Infrarotes Licht, aufgrund seiner roten Farbe auch als „Rotlicht“ bezeichnet, kann gezielt und lokal eingesetzt werden. Physikalisch betrachtet, handelt es sich bei den infraroten Strahlen um Elektromagnetische Wellen. In einem elektromagnetischen Spektrum gibt es drei unterschiedliche Wellenlängen des infraroten Lichts. Diese entsprechen Wellenzonen, die sich zwischen dem für den Menschen sichtbaren Licht und einer langwelligen Strahlung im Terahertzbereich befinden. Dabei stellen die infraroten Strahlen nur einen Part der wärmenden Strahlen dar. Aufgrund des speziellen Wirkprinzips des infraroten Lichtes kann dieses in punkto Wärmeversorgung nicht mit herkömmlichen Verbrennungsvorgängen verglichen werden, welche zur Beheizung von Innenräumen oder Aussenbereichen eingesetzt werden.

Technische Erzielung der infraroten Wärme
Um so effektiv wie die Sonne heizen zu können, bedürfen Infrarotheizungen einer hochmodernen und leistungsfähigen Ausstattung. Die Heizelemente müssen so ausgestattet sein, dass es zur Abgabe von Wärmewellen kommt. Bei der Infrarotheizung treffen die erzeugten Wärmewellen auf eine feste Fläche und werden von dieser gespeichert. Die Wärme wird also nicht an die Umgebungsluft eines Raumes abgegeben oder entweicht an die Decke, sodass die bewohnten Zonen kühl bleiben. Bei der Nutzung infraroter Wärme kommt es zu keiner Verwirbelung im Raum.

Beim Einsatz von Infrarotheizungen werden unterschiedliche Energieformen miteinander kombiniert. Dies sind zum einen das für den Menschen unsichtbare Infrarotlicht und zum anderen die Wärmewellen. Flächenheizelemente werden auf der Basis der Wärmewellenverteilung betrieben. Durch die Versorgung der Heizkomponenten mit elektrischem Strom kommt es zur Entstehung von infraroter Strahlungswärme. Hochwertige optische Hilfsmittel wie Spezialreflektoren senden die infrarote Strahlungswärme in den Raum und erwärmen die enthaltenen Festkörper. Zu den Festkörpern gehören ebenso alle Wände, Decken und Fussböden eines Raumes. Diese geben nach und nach die gespeicherte Wärmeenergie wieder ab, sodass es zu einem fast verlustfreien Beheizen des Raumes kommt.

Die Funktionsweise der Infrarotheizung kann mit der eines Kachelofens verglichen werden. Um eine Beheizung der Innenräume zu gewährleisten, ist nicht die Luft als Transportmedium erforderlich. Dadurch lassen sich Wohn- und Lebensbereiche homogen und gleichmässig erwärmen. Im Endeffekt führt dies zu einer enormen Behaglichkeit und einer wesentlich effizienteren Wärmebereitstellung, als dies mit herkömmliche Öl- oder Gasheizungen realisierbar wäre. Die infraroten Strahlen sind ausserdem sowohl für die Gesundheit von Menschen als auch von Tieren unbedenklich.